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Gault&Millau 2027: Thaller und Lieperts holen die vierte Haube

Leibnitz Online 20. Oktober 2026

Der Bezirk Leibnitz hat zwei neue Vier-Hauben-Restaurants. Im Gault&Millau Guide 2027, der am 19. Oktober in Wien präsentiert wurde, steigen das Restaurant Thaller in St. Veit am Vogau und Lieperts in Leutschach von 16,5 auf 17 von 20 Punkten. Das reicht für die vierte Haube. Damit kochen im Bezirk fünf Häuser auf Vier-Hauben-Niveau, im Vorjahr waren es vier.

Beide Aufsteiger tragen bereits einen Michelin-Stern. Österreichweit wächst die Vier-Hauben-Klasse deutlich: 97 Betriebe statt 82 im Vorjahr. Aus der Steiermark kommen fünf Neuzugänge dazu, neben Thaller und Lieperts sind es das Artis, die Genießerei am Markt in Graz und das Wörgötter.

Thaller: Der Garten als Ausgangspunkt

Norbert Thaller kocht seit rund 20 Jahren im Familienbetrieb in St. Veit am Vogau. Die Tester beschreiben eine Küche, die im knapp einen Hektar großen hauseigenen Garten beginnt, und loben besonders den über Nacht gepressten, geschmorten Lammbauch mit Erbsenpüree, eine leichte Karpfensulz und Kohlrabi mit Nussbutter und Topfen. Hervorgehoben wird auch die Weinbegleitung: Manuela Thaller schenkt vor allem südsteirische Naturweine aus, viele davon gereift.

Am Abend gibt es ein Fine-Dining-Menü, zu Mittag neben der Karte eine spontane Folge kleinerer Gänge. Das Gasthaus hat Montag sowie Donnerstag bis Samstag mittags und abends offen, am Sonntag bis in den Nachmittag. Reservierungen unter 03453 2508.

Lieperts: Zitrusfrüchte aus dem eigenen Hof

Manuel und Lisa Liepert kochen in Leutschach gemeinsam ein Menü mit fünf bis sieben Gängen, für das viele Zutaten fermentiert, eingelegt oder über Tage vorbereitet werden. Gault&Millau nennt als Beispiele ein mit Perlhuhnleber gefülltes Apfelbaiser, einen getrüffelten Germknödel mit Lammbauch und Scampi mit Karotten-Kren-Estragon-Schaum. Jede der Zitruspflanzen im Hof liefert Zutaten für das Menü.

Sommelier Holger Massner hat sich auf gereifte südsteirische Weine spezialisiert, vor dem Dessert kommt ein gut bestückter Käsewagen an den Tisch. Abends ist Montag, Dienstag, Freitag und Samstag geöffnet.

Weinkehr steigt mit drei Hauben ein

Den größten Sprung macht ein Neuling: Die Weinkehr im ehemaligen Pfarrsaal von Gamlitz kommt bei ihrer ersten Bewertung auf 15 Punkte und drei Hauben. Küchenchef Lukas Fürk und Gastgeber Philipp Marko haben bei den Döllerers in Golling und in der Weinbank in Ehrenhausen gelernt, bevor sie in Gamlitz ein eigenes Wirtshaus eröffneten. Die Tester heben eine Krustentiersuppe mit Topfennocken, das Weinkehr-Gulasch mit hausgemachter Kaisersemmel und Topfenknödel mit Orangen-Sauerrahm-Eis hervor. Die Weinkarte reicht weit über die Steiermark hinaus und hat Jahrgangstiefe.

Ebenfalls neu im Guide ist das Weinkitz in Kitzeck im Sausal mit 13,5 Punkten und zwei Hauben. Anna Kaufmann und Manuel Pristovnik führen das Boutique-Wirtshaus in Einöd, bekannt ist es vor allem für das gebackene Steirerhendl, das es auch zum Mitnehmen gibt. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 16 bis 20 Uhr.

Jaglhof verliert eine Haube

Der Jaglhof in Sernau bei Gamlitz rutscht von 13 auf 12,5 Punkte und hat damit nur noch eine Haube. Gault&Millau zeigt sich erfreut, dass der Betrieb das „schlingernde Gastro-Debakel” überstanden hat: Die Betreibergesellschaft Domaines Kilger Gastro GmbH hatte im März 2026 ein Sanierungsverfahren beantragt, kurz nach der Insolvenz des Weinguts Domaines Kilger. Die Karte sei verknappt, das Weinangebot speise sich noch aus dem, was vom Weingut übrig blieb.

Oliver kocht in Straß verliert einen halben Punkt, bleibt mit 13,5 aber bei zwei Hauben. Der Schlosskeller Südsteiermark am Seggauberg, im Vorjahr noch mit vier Hauben für die Gourmetstube, ist nicht mehr bewertet - er hat den Restaurantbetrieb mit 19. Oktober eingestellt.

An der Spitze bleibt alles beim Alten

Die Weinbank in Ehrenhausen und Harald Irka am Pfarrhof in St. Andrä im Sausal halten je 18,5 Punkte und teilen sich weiterhin den ersten Platz in der Steiermark. Der Sattlerhof in Gamlitz bleibt bei 17 Punkten. Bei ihren Hauben bleiben auch das Wirtshaus der Weinbank, das Wirtshaus Wolfgang Maitz, Lilli & Jojo im Sulztal, der Kreuzwirt am Pössnitzberg, Der Literwirt, Das Kappel und Harkamp im Sausal sowie die Leibnitzer Häuser Kogel 3, Winzerhaus Kogelberg, Staribacher und Alte Post.

Alle Haubenlokale im Bezirk Leibnitz 2027

LokalOrtPunkteHauben
Die Weinbank - RestaurantEhrenhausen18,54
Harald Irka am PfarrhofSt. Andrä im Sausal18,54
SattlerhofGamlitz174
LiepertsLeutschach174
ThallerSt. Veit am Vogau174
Die Weinbank - WirtshausEhrenhausen15,53
Wirtshaus Wolfgang MaitzRatsch (Ehrenhausen)153
WeinkehrGamlitz153
Lilli & JojoSulztal (Gamlitz)14,52
Kogel 3Leibnitz142
Kreuzwirt am PössnitzbergLeutschach13,52
Das WeinkitzKitzeck im Sausal13,52
Oliver kochtStraß in Steiermark13,52
Der LiterwirtGleinstätten132
Winzerhaus KogelbergLeibnitz132
JaglhofGamlitz12,51
Der StaribacherLeibnitz12,51
Alte Post SüdsteiermarkLeibnitz12,51
Das KappelKitzeck im Sausal121
HarkampSt. Nikolai im Sausal121

Quelle: Gault&Millau Österreich, Guide 2027. Alle Lokale mit Karte und Michelin-Wertungen stehen unter Beste Restaurants der Südsteiermark.

Zwei Weinpreise in die Südsteiermark

Auch im Weinguide 2027 spielt die Region vorne mit. Gault&Millau hat erstmals die Höchstwertung von 100 Punkten vergeben, an drei Weine - einer davon ist der Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC Ried Zieregg XT GSTK 2017 vom Weingut Tement in Berghausen. Zur „Entdeckung des Jahres” kürt der Guide Tamara Kögl aus Ratsch an der Weinstraße, die ihr Weingut mit Buschenschank und Gästezimmern biodynamisch bewirtschaftet. Die Jury lobt ihre Stillweine für die Finesse der Kalkböden und die Pet Nats als „pures Trinkvergnügen”.

Österreichweit geht der neue Titel „Chef of the Year” an Philip Rachinger vom Restaurant Ois im Mühltalhof in Neufelden, Aufsteiger des Jahres ist das St. Peter Stiftskulinarium in Salzburg, das von 13 auf 15,5 Punkte springt.

Quelle: Gault&Millau Österreich