Weingut Tement: die Familie hinter dem Zieregg
Wer in der Südsteiermark „Zieregg" sagt, meint einen Hügel bei Berghausen, dessen Kalkboden bis über die slowenische Grenze reicht - und eine Familie, die diesen Hügel seit drei Generationen bearbeitet. Das Weingut Tement gehört heute zu den meistausgezeichneten Betrieben Österreichs. Angefangen hat es mit drei Hektar.
Drei Hektar und ein früher Tod
Josef Tement legte in den 1950er-Jahren den Grund, mit drei Hektar Weingarten. Als er früh starb, musste Sohn Manfred übernehmen, lange bevor das geplant war - seit 1979 führt er den Betrieb. Seine Entscheidung, auf Sauvignon Blanc zu setzen, war damals alles andere als selbstverständlich: Die Sorte galt in der Steiermark als Nischenprogramm. Tement bewies, dass sie auf den Kalkböden des Zieregg Weine von internationalem Format hervorbringt, und wurde damit zu einem der Betriebe, die den Ruf des steirischen Sauvignon Blanc begründet haben.
1986 gründete Manfred Tement gemeinsam mit den Familien Gross, Polz und Sattler die Vereinigung der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter, kurz STK - bis heute der Zusammenschluss der Spitzenbetriebe des Landes.
Der Zieregg in vier Teilen
Das Familienweingut bewirtschaftet zehn Rieden. Herzstück ist der Zieregg, der in vier Parzellen gegliedert ist: Zieregg, Zieregg Kår, Zieregg Kapelle und Zieregg Steilriegel. Jede bekommt einen eigenen Wein, und die Spitzenweine daraus zählen zu den höchstbewerteten des Landes: Der Zieregg WW des Jahrgangs 2021 erreichte bei Gault&Millau 99 von 100 Punkten, das Weingut selbst trägt dort die Höchstwertung von fünf Trauben.
Die Rebfläche liegt bei rund 80 Hektar in Österreich, zu 97 Prozent mit weißen Sorten bepflanzt - Sauvignon Blanc, Morillon und Welschriesling. Dazu kommen rund 20 Hektar jenseits der Grenze: Weil der Zieregg geologisch in Slowenien weitergeht, hat die Familie dort die Schwesterdomäne Ciringa aufgebaut, die wie das Stammhaus biologisch zertifiziert ist.
Demeter seit 2022
Der Betrieb ist biologisch zertifiziert und arbeitet seit 2022 nach Demeter-Richtlinien, zusätzlich nach den Regeln des Verbands respekt-BIODYN. Für ein Weingut dieser Größe ist die Umstellung auf Biodynamie ein erheblicher Aufwand - Präparate, Kompostwirtschaft, Handarbeit -, den kleinere Betriebe leichter stemmen als einer mit 80 Hektar.
Die dritte Generation
Heute führen Manfred Tements Söhne Armin und Stefan den Betrieb gemeinsam mit dem Vater, Schwiegertochter Monika arbeitet im Weingut mit. Der Vater beschreibt die Arbeitsteilung so, dass man versuche, gemeinschaftliche Entscheidungen zu treffen. Die Übergabe verlief damit anders als seine eigene: nicht durch einen Schicksalsschlag erzwungen, sondern über Jahre eingeübt.
Besuch am Weingut
| Detail | Info |
|---|---|
| Adresse | Zieregg 13, 8461 Ehrenhausen an der Weinstraße |
| Weinverkauf | Montag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr |
| Telefon | +43 3453 41010 |
| Rebfläche | rund 80 Hektar in Österreich, 20 Hektar in Slowenien |
| Bewirtschaftung | Demeter, respekt-BIODYN |
| Website | tement.at |
Der Ab-Hof-Verkauf liegt direkt am Weingut in Zieregg, wenige Minuten von der Südsteirischen Weinstraße entfernt. Wer mehrere Betriebe an einem Tag besuchen will, hat mit Gross in Ratsch und dem Sattlerhof in Sernau zwei weitere STK-Häuser in Fahrdistanz.
Häufige Fragen
Wer führt das Weingut Tement?
Manfred Tement gemeinsam mit seinen Söhnen Armin und Stefan. Manfred Tement leitet den Betrieb seit 1979.
Wie groß ist das Weingut?
Rund 80 Hektar in Österreich, dazu etwa 20 Hektar der Schwesterdomäne Ciringa in Slowenien. 97 Prozent der Fläche sind mit weißen Sorten bepflanzt.
Was ist der Zieregg?
Die wichtigste Riede des Weinguts bei Berghausen, ein Kalkhügel, der über die Grenze nach Slowenien reicht. Tement bewirtschaftet ihn in vier Parzellen: Zieregg, Kår, Kapelle und Steilriegel.
Arbeitet Tement biologisch?
Ja, das Weingut ist biologisch zertifiziert und seit 2022 zusätzlich nach Demeter und respekt-BIODYN.
Kann man am Weingut einkaufen?
Ja, der Weinverkauf in Zieregg 13 ist Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Stand: September 2026 · Angaben laut tement.at und Gault&Millau; Flächenangaben nach Stand 2015, seither kann sich die Bepflanzung verändert haben.