Katastralgemeinde Leibnitz
Die Katastralgemeinde Leibnitz ist der Stadtkern: 4,64 Quadratkilometer zwischen der Sulm im Westen und der Gemeindegrenze zu Wagna im Osten. Hier liegen der Hauptplatz mit Rathaus, Stadtpfarrkirche und Kapuzinerkirche, der Bahnhof, Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht und viele Schulen der Stadt, auf knapp einem Fünftel der Gemeindefläche.
| Leibnitz | Angabe |
|---|---|
| Katastralgemeinde | Leibnitz, Nummer 66138 |
| Fläche | 4,64 km² |
| Einwohner der Ortschaft Leibnitz | 9.620 am 1. 1. 2026, 6.892 im Jahr 2001 |
| Gemeinde | bis 2014 die alte Stadtgemeinde Leibnitz, gemeinsam mit Altenmarkt |
| Nachbarn | Altenmarkt, Seggauberg, Grottenhofen und Kaindorf, außerhalb die Gemeinden Wagna und Gralla |
| Denkmäler | 19 Einträge in der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts |
| Postleitzahl | 8430 |
Vom Markt zur Stadt
Der Name Leibnitz taucht 970 erstmals auf, als „Lipnizza“ in einer Kaiserurkunde. Einen Markt gab es damals noch nicht. Den erlaubten erst die Salzburger Erzbischöfe in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts den Handelsbürgern unter ihrer Burg Leibnitz, und zwar neben einer älteren Siedlung im heutigen Altenmarkt. Aus diesem Markt wurde der Hauptplatz.
Das älteste bekannte Siegel des Marktes ist an einer Urkunde vom 30. September 1324 erhalten. 1535 wurde der salzburgische Markt steirisch, 1595 übergab der Erzbischof den gesamten Besitz dem Bischof von Seckau. Danach verlor der Ort zwischen Graz und Marburg an Bedeutung, erst die neue Staatsgrenze von 1919 brachte den Aufschwung zum Zentrum der Südsteiermark. Zur Stadt erhob Kaiser Franz Joseph I. den Markt Leibnitz am 27. April 1913.
Bis Ende 2014 bildete die Katastralgemeinde Leibnitz mit Altenmarkt die alte Stadtgemeinde. Das Land Steiermark führte sie zuletzt mit 6,0 Quadratkilometern und 7.853 Einwohnern. Seit 1. Jänner 2015 gehören auch Kaindorf an der Sulm und Seggauberg zur Stadt.
Der Hauptplatz
Nach Osten schließt die Stadtpfarrkirche den Hauptplatz ab, nach Westen die Kapuzinerkirche, und über ihr sieht man Schloss Seggau. Die Stadtpfarrkirche zum heiligen Jakobus dem Älteren entstand nach Eduard Staudinger zwischen 1140 und 1147 unter Erzbischof Konrad I. von Salzburg. Jakobus wurde als Schutzheiliger der Reisenden gewählt, weil der Ort an einer Überlandstraße lag. Die Kapuzinerkirche zum heiligen Andreas wurde 1634 bis 1639 gebaut.
Im 15. und 16. Jahrhundert zerstörten ungarische und türkische Truppen die Altstadt, im 18. und 19. Jahrhundert Brände. Dem Brand von 1829 fielen vor allem die Fassaden zum Opfer, die Baustruktur blieb beim Wiederaufbau fast vollständig erhalten. Das Rathaus mit seinem Turm kam 1914 dazu. Seit 1990 ist der Stadtkern als Ortsbildschutzgebiet verordnet.
Die Denkmäler
Das Bundesdenkmalamt führt in der Katastralgemeinde 19 Denkmäler, mehr als in jeder anderen Leibnitzer Katastralgemeinde außer Seggauberg. Darunter sind:
- Stadtpfarrkirche hl. Jakobus d. Ä., Pfarrhof mit Renaissanceloggia in der Bahnhofstraße 1
- Kapuzinerkirche hl. Andreas mit Kapuzinerkloster und dem Bildstock des hl. Karl Borromäus
- Rathaus am Hauptplatz 24, das Bürgerhaus „Zeiserlhaus“ am Hauptplatz 26 und die Mariensäule
- Evangelische Pfarrkirche mit Pfarrhaus in der Emmerich-Assmann-Gasse und der evangelische Friedhof
- Schulgebäude in der Karl-Morre-Gasse 14 mit dem Denkmal für Karl Morré
- das Gebäude der Bezirkshauptmannschaft in der Kada-Gasse 12
Ämter, Schulen und Kultur
Fast alles, was Leibnitz als Bezirkshauptstadt ausmacht, liegt in dieser Katastralgemeinde: die Bezirkshauptmannschaft in der Kada-Gasse 12, das Bezirksgericht in der Kadagasse 8, das Finanzamt in der Lastenstraße 10, das AMS in der Bahnhofstraße 21 und der Bahnhof am Bahnhofgürtel.
Dazu kommen die Volksschulen I und II Linden, die Mittelschulen 1 und 2, die Polytechnische Schule, die Handelsakademie und Handelsschule in der Klostergasse und die Musikschule. Eine Übersicht steht unter Schulen in Leibnitz. Für Kultur und Freizeit sorgen das Kulturzentrum, die Galerie Marenzi und das Alte Kino, die der Verein LeibnitzKULT betreibt, das Dieselkino in der Klostergasse sowie das Städtische Bad mit dem Campingplatz an der Sulm.
Das Landeskrankenhaus liegt dagegen nicht in Leibnitz, sondern in der Nachbargemeinde Wagna.
Wachstum in der Kernstadt
Die Ortschaft Leibnitz zählte 2001 noch 6.892 Einwohner, 2011 waren es 7.862, Anfang 2022 schon 9.135 und Anfang 2026 9.620. Das sind 40 Prozent mehr in 25 Jahren. Kleinere Ortschaften wie Kogelberg, Schönegg oder Oberlupitscheni haben im selben Zeitraum Einwohner verloren.
Häufige Fragen
Ist die Katastralgemeinde Leibnitz dasselbe wie die Stadt Leibnitz?
Nein. Die Stadtgemeinde Leibnitz besteht seit 2015 aus neun Katastralgemeinden mit zusammen 23,5 Quadratkilometern. Die Katastralgemeinde Leibnitz ist mit 4,64 Quadratkilometern nur eine davon, der Stadtkern rund um den Hauptplatz.
Seit wann ist Leibnitz eine Stadt?
Seit dem 27. April 1913. An diesem Tag erhob Kaiser Franz Joseph I. den bisherigen Markt Leibnitz zur Stadt.
Wie alt ist die Stadtpfarrkirche Leibnitz?
Sie entstand zwischen 1140 und 1147 unter Erzbischof Konrad I. von Salzburg und ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht.
Stand: 22. Oktober 2026 · Geschichte und Hauptplatz nach dem Ortsbildkonzept Leibnitz 2024 und Eduard Staudinger, Blätter für Heimatkunde 67 (1993); Stadterhebung nach der WKO Steiermark; Kapuzinerkirche nach steiermark.com; Denkmäler nach der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts; alte Stadtgemeinde nach den Gemeindedaten des Landes Steiermark. Einwohner: Statistik Austria. Grenzen und Lage nach OpenStreetMap.