Altenmarkt in Leibnitz
Altenmarkt ist älter als der Leibnitzer Hauptplatz. Hier, im Süden der heutigen Stadt zwischen Sulm und Südbahn, stand die Martinskirche, und daneben lag das größte römerzeitliche Hügelgräberfeld im Ostalpenraum. Heute gehören das Geschäftszentrum Am Kögel und das Gelände der früheren Hermann-Kaserne zu den 1,32 Quadratkilometern der Katastralgemeinde.
| Altenmarkt | Angabe |
|---|---|
| Katastralgemeinde | Altenmarkt, Nummer 66103 |
| Fläche | 1,32 km² |
| Einwohner | keine eigene Zahl, Altenmarkt ist keine Ortschaft |
| Gemeinde | bis 2014 wie heute Leibnitz, damals die alte Stadtgemeinde |
| Nachbarn | Katastralgemeinden Leibnitz und Seggauberg, im Osten und Süden die Marktgemeinde Wagna |
| Denkmäler | vier Einträge in der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts |
| Postleitzahl | 8430 |
Die Siedlung vor dem Markt
Der heutige Hauptplatz entstand als neuer Markt neben einer älteren Siedlung, die im Ortsbildkonzept der Stadt „Sulb (Zuip)“ heißt und im heutigen Altenmarkt lag. Ihr kirchlicher Mittelpunkt war die Martinskirche, die der Historiker Eduard Staudinger in die karolingische Zeit datiert und deren Standort in Altenmarkt noch bekannt ist. Sie war die Pfarrkirche der „Civitas Zuib“ am Ostufer des damaligen Sulmlaufs, unterhalb des Frauenbergs.
Als am neuen Markt die Jakobskirche entstand, wurde der alte Kirchweiler bei der Martinskirche zu „Altenmarkt“. Staudinger hält dazu fest: „Er hieß niemals Leibnitz.“ Schriftlich erscheint der Name erstmals im ersten Lehenbuch der Bischöfe von Seckau, angelegt 1317/18, als „in Altenmarcht“. Bis ins 16. Jahrhundert bestanden beide Siedlungen nebeneinander. Die Martinskirche diente zuletzt als Friedhofskirche, bis das durchziehende türkische Heer sie im September 1532 beschädigte.
Bis Ende 2014 bildete Altenmarkt zusammen mit der Katastralgemeinde Leibnitz die alte Stadtgemeinde Leibnitz, die das Land Steiermark mit 6,0 Quadratkilometern und 7.853 Einwohnern führte. Eine eigene Einwohnerzahl gibt es für Altenmarkt nicht, weil die Statistik nur Ortschaften zählt und Altenmarkt keine ist.
Das größte Hügelgräberfeld im Ostalpenraum
Westlich der Römerstadt Flavia Solva, die heute auf Wagnaer Gemeindegebiet liegt, erstreckte sich auf 64 Hektar das „Hügelgräberfeld Altenmarkt“. Es reichte über die Katastralgemeinden Altenmarkt, Leibnitz, Leitring und Wagna und war das größte Gräberfeld der Stadt. Mit ursprünglich Hunderten Grabhügeln war es nach der Darstellung der Historischen Landeskommission auch das größte römerzeitliche Hügelgräberfeld im Ostalpenraum.
Zwei Hügel waren älter als die Römer. Der Große Gollikogel, ein hallstattzeitlicher Grabhügel mit einer Grundfläche von 57,6 mal 43,5 Metern östlich der Südbahn, wurde beim Bau des Flüchtlingslagers im Ersten Weltkrieg abgetragen. An ihn erinnert nur noch der Straßenname „Am Kögel“. Erhalten ist der Kleine Gollikogel, 45 Meter im Durchmesser, knapp zwei Meter hoch und rund 2.500 Jahre alt. Er liegt auf dem Gelände der ehemaligen Hermann-Kaserne und steht unter Denkmalschutz.
Insgesamt führt das Bundesdenkmalamt in Altenmarkt vier Denkmäler: den Kleinen Gollikogel, ein frühmittelalterliches Gräberfeld, Teile der römerzeitlichen Stadt und Gräberfelder von Flavia Solva und die Ortskapelle.
Die Golli-Kapelle
Die Ortskapelle steht an der Weggabelung von Altenmarkter Straße und Kapellenweg. Eine gemauerte Kapelle gab es an dieser Stelle schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Ihre heutige Form mit dem gemauerten Säulenvorbau und einem neuen Türmchen bekam sie 1910. Betreut wurde die sogenannte Golli-Kapelle vom „Gollibauer“ in Altenmarkt, und bis etwa 1950 war sie das Ortszentrum. Renoviert wurde sie 1932 und 1991. Die Diözese führt sie als Marienkapelle und als Station der Kapellenwege Leibnitz-Wagna.
Am Kögel und das Kasernengelände
Im Osten der Katastralgemeinde liegt ein Geschäfts- und Gesundheitsstandort. Im Businesscenter Am Kögel 1-2 sitzen das Café miteinand und ein Arbeitsstandort der Lebenshilfe Leibnitz, dazu Ordinationen, Physiotherapie, Psychotherapie und eine Tierarztpraxis. Wer welche Praxis führt, steht in den Übersichten Ärzte, Psychotherapie und Tierärzte.
Westlich davon liegt das Gelände der ehemaligen Hermann-Kaserne. Das Ortsbildkonzept der Stadt von 2024 führt es als eigene Schutzzone „Kasernengelände“. Geplant ist dort nach dem Teilbebauungsplan „Stadtteilzentrum + EnergiePlus Siedlung Altenmarkt“ des Architekten Thomas Pucher ein städtisches Quartier mit Geschosswohnbau.
Zu Fuß durch Altenmarkt
Zwei der Kapellenwege Leibnitz-Wagna führen an der Golli-Kapelle vorbei. Der Marienweg beginnt und endet an der Stadtpfarrkirche und ist mit 16,1 Kilometern und 212 Höhenmetern die längere Runde. Der Auferstehungsweg ist mit 9,6 Kilometern und kaum Steigung die leichte Variante.
Häufige Fragen
Wo liegt Altenmarkt?
Im Süden von Leibnitz, zwischen der Sulm im Westen und der Südbahn. Altenmarkt grenzt an die Katastralgemeinden Leibnitz und Seggauberg und an die Marktgemeinde Wagna. Die Postleitzahl ist 8430.
Woher hat die Straße „Am Kögel“ ihren Namen?
Vom Großen Gollikogel, einem hallstattzeitlichen Grabhügel, der dort stand und beim Bau des Flüchtlingslagers im Ersten Weltkrieg abgetragen wurde. Der Straßenname ist die einzige Erinnerung an ihn.
Wie viele Einwohner hat Altenmarkt?
Dafür gibt es keine Zahl. Statistik Austria zählt Einwohner nach Ortschaften, und Altenmarkt ist nur eine Katastralgemeinde, keine eigene Ortschaft.
Stand: 22. Oktober 2026 · Geschichte nach Eduard Staudinger, Blätter für Heimatkunde 67 (1993), und dem Ortsbildkonzept Leibnitz 2024; Hügelgräberfeld nach Fuchs, Flavia Solva - Hügelgräberfeld Altenmarkt (2016); Kapelle nach den Kapellenwegen der Diözese; Denkmäler nach der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts; Fläche und Einwohner 2014 nach den Gemeindedaten des Landes Steiermark. Grenzen und Lage nach OpenStreetMap.