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Katastralgemeinde

Kogelberg in Leibnitz

Kogelberg ist der Höhenrücken nordwestlich der Leibnitzer Innenstadt. Auf 1,83 Quadratkilometern liegen hier der Kreuzkogel mit seiner Aussichtswarte, das Landesweingut Silberberg und zwei Wirtshäuser mit je zwei Hauben. Bewohnt ist der Ort dagegen kaum: In der Ortschaft Kogelberg lebten Anfang 2026 genau 83 Menschen.

KogelbergAngabe
KatastralgemeindeKogelberg, Nummer 66130
Fläche1,83 km²
Höchster PunktKreuzkogel, Aussichtswarte auf 498 m
Nutzung53 % Wald, 28 ha Weingärten, die meisten aller Leibnitzer Katastralgemeinden
Einwohner der Ortschaft83 am 1. 1. 2026, 109 im Jahr 2011
Gemeindeseit 2015 Stadtgemeinde Leibnitz, davor Marktgemeinde Kaindorf an der Sulm
Postleitzahl8430
Die Katastralgemeinde Kogelberg (grün) zwischen den übrigen acht Katastralgemeinden von Leibnitz. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Bis 2014 ein Teil von Kaindorf

Bis Ende 2014 gehörte Kogelberg zur Marktgemeinde Kaindorf an der Sulm, gemeinsam mit den Katastralgemeinden Kaindorf und Grottenhofen. Die drei zusammen ergeben die 6,6 Quadratkilometer, die das Land Steiermark 2014 als Fläche von Kaindorf führte. Mit der Gemeindestrukturreform kamen Kaindorf und Seggauberg am 1. Jänner 2015 zur Stadt Leibnitz. Kogelberg ist seither eine von neun Katastralgemeinden der Stadt.

Die Straße auf den Berg heißt Kogelbergstraße, sie beginnt aber nicht in Kogelberg. Die unteren Hausnummern liegen in der Katastralgemeinde Grottenhofen, darunter die Buschenschank Schulter auf Nummer 24. Erst weiter oben, beim Wirtshaus Kogel 3 auf Nummer 62, ist man auch im Kataster in Kogelberg.

Wald und Wein

Mehr als die Hälfte von Kogelberg ist Wald, 97 Hektar oder 53 Prozent der Fläche. Auf weiteren 28 Hektar stehen Reben, das sind 15 Prozent und mehr Weingartenfläche als in jeder anderen Katastralgemeinde der Stadt. Bebaut ist nur rund ein Prozent, der Kataster des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen zählt 69 Gebäude. „Kogelberg“ ist auch eine amtlich festgelegte Weinriede der steirischen Weinbaurieden-Verordnung.

Die Kreuzkogelwarte

Der Kreuzkogel ist der höchste Punkt der Katastralgemeinde. Die Warte auf seinem Gipfel steht auf 498 Metern Seehöhe und ist frei zugänglich. 43 Stufen führen im Inneren auf die Plattform in neun Metern Höhe, der ganze Bau misst 13,3 Meter. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Hochschwab und Schöckl über die Koralpe bis zum Pohorje und zu den Steiner Alpen in Slowenien.

Die Warte hat eine lange Baugeschichte. Der gemauerte Unterbau, eine Gloriette, entstand zwischen 1847 und 1849 und wurde 1850 eingeweiht. In den 1950er-Jahren wurde sie renoviert und um zwei Meter aufgestockt, 1963 zerstörte sie ein Blitzschlag, danach wurde sie wieder aufgebaut. Den hölzernen Aufsatz bekam sie 1988/89.

Der kürzeste Weg hinauf ist ein Spaziergang, der direkt beim Wirtshaus Kogel 3 beginnt. Auf der anderen Seite führt ein Waldweg hinunter zur Weinbauschule Silberberg, vorbei an der Silberberger Aussichtswarte.

Silberberg: Weinbauschule seit 1895

Am Südhang des Kogelbergs liegt das Landesweingut Silberberg mit der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft. Der Name geht auf Graf Heinrich von Silberberg zurück, der 1331 durch Heirat in die Familie der Herren von Leibnitz kam. 1895 kaufte der Steiermärkische Landtag das Gut um 19.000 Gulden, um nach den Schäden durch Reblaus und Peronospora eine Landesrebanlage und eine Ausbildungsstätte für Winzer zu schaffen. Der erste neunmonatige Winzerkurs begann am 1. März 1896.

Seit 1920 ist Silberberg eine eigenständige Landesschule. 1985 wurden die Landesgüter Silberberg, Kitzeck, Schlossberg und Remschnigg zusammengelegt, die Schule bewirtschaftet seither 27 Hektar Weingärten, davon 8,3 Hektar biozertifiziert. 2014 kehrte die Obstbauausbildung zurück, mit einem neuen Schulgebäude, neuen Werkstätten und einem Lehr- und Versuchsgut für Beerenobst. Seit 2020 bewirtschaftet das Land über einen Pachtvertrag auch die bischöflichen Weingärten von Schloss Seggau.

Essen und Wein am Kogelberg

Für eine Katastralgemeinde mit 83 Einwohnern ist die Dichte an guten Adressen bemerkenswert. Gleich zwei Lokale tragen bei Gault&Millau zwei Hauben:

Dazu kommt das Weingut Kieslinger in Haselbrunn 7, im Norden der Katastralgemeinde. Weitere Betriebe in der Umgebung stehen in den Übersichten Weingüter und Buschenschänke in Leibnitz.

Zu Fuß über den Kogelberg

Die Kaindorfer Genussplatzrunde verbindet den Kogelberg mit seinen Nachbarn. Sie beginnt beim Parkplatz des Besucherzentrums Grottenhof, führt Richtung Weingut Kieslinger und hinauf zur Kreuzkogelwarte, dann über den Obst- und Weinlehrpfad der Fachschule Silberberg zur Michaelskapelle von Schloss Seggau und zurück. Die Runde ist 8,9 Kilometer lang, hat 293 Höhenmeter und dauert knapp drei Stunden. Ihr höchster Punkt liegt auf 488 Metern.

Immer weniger Bewohner

Während Leibnitz wächst, wird Kogelberg kleiner. Das Historische Ortslexikon der Akademie der Wissenschaften verzeichnet 1770 40 Häuser mit 194 Einwohnern, den Höchststand gab es 1961 mit 244 Menschen, fast dreimal so vielen wie heute. 2001 und 2011 zählte die Ortschaft jeweils 109 Einwohner, Anfang 2022 waren es 89, Anfang 2026 noch 83. Das ist ein Viertel weniger als 2011. Die Stadtgemeinde insgesamt legte im selben Zeitraum um 18 Prozent zu, von 11.373 auf 13.441 Einwohner.

Häufige Fragen

Wo liegt Kogelberg?

Nordwestlich der Leibnitzer Innenstadt. Innerhalb der Stadt grenzt Kogelberg an die Katastralgemeinden Grottenhofen und Seggauberg. Kogelberg ist eine der neun Katastralgemeinden der Stadtgemeinde Leibnitz und hat die Postleitzahl 8430.

Wie hoch ist die Kreuzkogelwarte?

Die Warte steht auf 498 Metern Seehöhe und ist 13,3 Meter hoch. Über 43 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in neun Metern Höhe. Der Zugang ist frei.

Wie viele Menschen leben in Kogelberg?

In der Ortschaft Kogelberg lebten am 1. Jänner 2026 laut Statistik Austria 83 Menschen. 2011 waren es noch 109.

Stand: 22. Oktober 2026 · Kreuzkogelwarte nach steiermark.com, Silberberg nach der Chronik der Fachschule Silberberg, Wanderrunde nach dem Tourenportal Südsteiermark, Fläche von Kaindorf 2014 nach den Gemeindedaten des Landes Steiermark; Flächennutzung nach der Regionalinformation des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (Stand 31.12.2025); Riede nach der Steiermärkischen Weinbaurieden-Verordnung; Einwohnerentwicklung nach dem Historischen Ortslexikon Steiermark und Statistik Austria. Lage der Adressen und Grenzen nach OpenStreetMap.