Knapp ein Jahr nach dem Aus für das Wave: Verein OJAS eröffnet Jugendzentrum in der Kadagasse
Elf Monate nach dem Ende des Jugendzentrums Wave hat Leibnitz wieder einen offenen Treffpunkt für Jugendliche. Der Verein OJAS - Offene Jugendarbeit Südweststeiermark eröffnet am Samstag, 14. November 2026, ab 14 Uhr seine Räume in der Kadagasse 5. Für Speis und Trank ist gesorgt, eingeladen sind alle, nicht nur Jugendliche.
Hinter dem Verein stehen Martha Ortner und Max Pratter, die beiden Jugendarbeiter, die zuletzt das Team im Wave geleitet haben. Ortner ist Kindergarten-, Hort- und Sozialpädagogin und Obfrau, Pratter Jugend- und Soziokulturpädagoge und Obmann. Gemeinsam arbeiten sie seit neun Jahren in der Leibnitzer Jugendarbeit.
Vom Wave zum eigenen Verein
Das Wave in der Klostergasse 25 war 14 Jahre lang die Anlaufstelle der Offenen Jugendarbeit in Leibnitz. Die Vorgeschichte reicht weiter zurück: Ab 2006 machte der Verein Transformator das Thema in der Stadt sichtbar, im September 2011 startete der offizielle Betrieb mit zwei Mitarbeitern und 60 Wochenstunden, getragen von der WIKI GmbH und zunächst sieben Gemeinden. Nach und nach stiegen die Umlandgemeinden aus, übrig blieben Leibnitz, Wagna und das Land. 2016 übernahm Input Steiermark mit einem kleineren Angebot von 45 Stunden, seit 2019 führte die Stadtgemeinde die Jugendarbeit selbst. So steht es in einem Bericht an das Jugendreferat des Landes, den Pratter 2021 verfasst hat.
Ende 2025 war Schluss. Die Koalition aus FPÖ, ÖVP und Bürgerforum unter Bürgermeister Daniel Kos hielt trotz Protesten und einer Petition an der Schließung fest. Das Gebäude in der Klostergasse steht seither leer, ein Weitermieten durch den neuen Verein und die Übernahme der Einrichtung lehnte die Gemeinde laut MeinBezirk ab. Im Dezember 2025 gründeten Ortner und Pratter OJAS.
Umbau mit Spenden und eigenen Händen
Das Geld für die neuen Räume kam aus der Bevölkerung. Über ein Crowdfunding auf respekt.net sind bis Ende Oktober 10.905 Euro von 98 Unterstützern zusammengekommen, das Ziel liegt bei 20.000 Euro. Dazu kam ein Benefizkonzert am 22. Mai am Grottenhof mit Oldschool Basterds, La Bix & Fizzy Tones, Betty O & Sonnenhaus und Five and Dime.
Mit dem Geld wurden in der Kadagasse die Sanitäranlagen saniert, die Küche erneuert und die Stromversorgung neu gemacht, dazu kommen Möbel und Spielgeräte. Ausgemalt haben Jugendliche, Unterstützer und das Team gemeinsam. Ursprünglich sollte der offene Betrieb schon im September starten, die Adaptierung hat länger gedauert.
Ganz ohne Angebot waren die Jugendlichen in der Zwischenzeit nicht: OJAS veranstaltete eine Metalnight im Marenzikeller, das artWave im Alten Kino Anfang Oktober und eine eigene Jugenddisco. Pratter wünscht sich, dass Jugendliche in der Region „eine Heimat finden, nicht nur ein Zuhause“.
Wie es finanziell weitergeht
Für einen vollen Jahresbetrieb hat der Verein 183.674 Euro veranschlagt, davon 48.750 Euro Förderung des Landes. Geplant sind drei Fachkräfte mit zusammen 75 Wochenstunden. Die Personalkosten sollen über Kooperationen mit fünf Umlandgemeinden abgesichert werden, die Gespräche dazu liefen laut Verein im Sommer noch. Welche Gemeinden das sind, ist nicht bekannt.
Öffnungszeiten für den laufenden Betrieb hat OJAS noch nicht veröffentlicht, die Website ojas.at ist im Aufbau. Erreichbar ist das Team unter max@ojas.at und martha@ojas.at.
Weitere Vereine in der Stadt: Vereine in Leibnitz.